Qualität der ätherischen Öle


Medizin und Naturheilkunde

 

Einige nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel enthalten ätherische Öle als Wirkstoffe, zum Beispiel Eukalyptus oder Menthol zur Schleimlösung bei Katarrhen der oberen Atemwege, Bronchitis etc. Auch Wirkungen gegen Blähungen und Krämpfe im Magen-Darm-Bereich, z. B. durch Tees mit Fenchel-Kümmel-Anis, besonders in der Kinderheilkunde und bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum (Salbei, Kamille) werden auf ätherische Öle zurückgegriffen.

Eine zentrale Rolle spielen ätherische Öle bei der naturheilkundlichen Methode der Aromatherapie, eine Form der Pflanzenheilkunde zur Behandlung von Empfindungsstörungen und Erkrankungen durch Duftstoffe. Neben der Anwendung durch Therapeuten (in der Regel Heilpraktiker) ist auch die Selbstbehandlung durch Duftlampen, Badezusätze, Saunaaufgüsse oder Tees verbreitet, wobei die Grenzen zwischen Heilbehandlung und reiner Wohnraumaromatisierung fließend sind.

 

 

Bezeichnungen der Qualtität

 

Zur Differenzierung der ätherischen Öle werden die Bezeichnungen naturbelassen, natürlich, naturidentisch und künstlich verwendet.

 

 

Naturbelassene Öle - 100% therapeutsche Qualität

 

Naturbelassene Öle werden direkt aus Pflanzen gewonnen. Unterschieden werden die Öle nach Herkunft, Eigenschaften, Prozess- und Produktqualität. Die Beschreibung eines naturbelassenen Öls kann umfassen:

  • die Anbauweise der Pflanze (konventionell, ökologisch (kba) oder Wildsammlung)
  • den deutschen und botanischen Namen der Pflanze
  • das Produktionsland der Pflanze
  • den verwendeten Pflanzenteil (Wurzel, Blüte, Frucht oder Blatt)
  • den Chemotyp der Pflanze (bei Pflanzen einer Art, die sich nur in ihrer chemischen Zusammensetzung unterscheiden)
  • Bei einigen Pflanzen können diese Unterschiede in der Zusammensetzung des Öls hervorrufen. Je nach Chemotyp des Thymians beispielsweise ist Thymol oder Linalool enthalten.
  • Gewinnungsverfahren des ätherischen Öls
  • Bei Extraktion: Angabe des Lösungsmittels und ggf. Angaben zu Rückstandskontrollen
  • Bei zähflüssigen ätherischen Ölen (z. B. Vanille, Tonka): die Art des Verdünnungsmittel (z. B. Weingeist, Alkohol, Jojobaöl) und das Mischungsverhältnis
  • Angaben zu biochemischen und physikalischen Analysen (z. T. beim Hersteller nach Chargennummern abrufbar)

 

 

Natürliche Öle

 

Natürliche Öle bestehen aus mehreren naturreinen Komponenten, werden also nicht ausschließlich aus der namensgebenden Pflanze gewonnen. Natürliche Öle dürfen keine synthetischen Zusätze enthalten. Eine Mischung eines naturreinen Öles mit synthetischen Zusätzen bezeichnet man als natürlich/naturidentisch (N/NI).

  • Mindestanteil an therapeutsicher Qualität bei nur 20%
  • kann im Bereich der reinen Schwingungsessenz angewendet werden
  • Dosierung zu schwach um therapeutisch zu Arbeiten

 

 

Naturidentische Öle

 

Die Bestandteile naturidentischer Öle werden nach dem Vorbild der chemischen Zusammensetzung natürlich-ätherischer Öle synthetisch hergestellt, so dass sie ähnlich wie natürliche Öle riechen. Die Zusammensetzung naturidentischer Öle ist häufig weniger komplex als die der natürlichen Varianten, so besteht beispielsweise naturidentisches Rosmarinöl aus ca. 11 Bestandteilen, während das naturbelassene ätherische Öl ca. 150 Inhaltsstoffe hat.

  • keine therapeutische Qualität
  • duftet gut, ansonsten keine besondere Wirkung

 

 

Künstliche Öle

 

Künstliche Öle kommen in der Natur nicht vor. Sie werden gezielt auf einen bestimmten Geruch hin entworfen.

  • keine therapeutische Qualität
  • erzeugt oft Kopfschmerzen, wenn es zu lange vernebelt wird